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Die Ruhr - ein Fluß wie jeder andere? Das Ruhrtal - eine Kulturreise Die Ruhr erreicht das Ruhrgebiet Auf den letzten Metern zur Mündung Redensarten aus der Zeit der Burgen und Schlösser (PDF)
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Wenige nur begleiten sie an schönen Tagen mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Schiff auf ihrem kurvenreichen Weg zum Rhein. Wahrlich, die Ruhr ist ein stiller Fluss. Selten braust sie auf. Im Frühling, wenn ihr die Wasser zu viel werden, überflutet sie schon mal ein Wehr, tritt über die Ufer, ohne große Schäden anzurichten und für Schlagzeilen zu sorgen. Gewiss, es hat auch andere Zeiten gegeben, als sie im 15., 16. und 17. Jahrhundert mehrmals eigenwillig ihren Lauf geändert, Inseln gebildet und andere wieder verschlungen hat. Wer fragt sich schon, wo genau die Ruhr entlang fließt. Durchs Ruhrgebiet natürlich, oder? Genau das tut sie nicht. Sie ist über weite Strecken die südliche Begrenzung des Gebietes, für das um 1800 die Bezeichnung Ruhrgebiet aufkam. An ihrem Südufer wurde erstmals Kohle gefunden. Mit der Kohle dringen wir in das Altertum der Erdgeschichte vor: als die Inkohlung der tropischen Wälder längst abgeschlossen war, kam es vor rund 225 Mio. Jahren zu einer Auffaltung der Gesteinsschichten, (Variszische Faltung) die bis zu 8000 m hoch gewesen sein soll. Reste hiervon sind Eifel, Bergisches Land und das Sauerland. Durch die Auffaltung entstanden Sattel und Mulden, wodurch die Kohle führenden Schichten an die Erdoberfläche gelangten, wie etwa im Muttental bei Witten. Hätte es diese Faltung nicht gegeben, würde die Kohle in etwa 3 000 m Tiefe lagern und könnte mit herkömmlicher Technik nicht gefördert werden. Das heutige Ruhrgebiet wäre dann Teil des Münsterlandes. Die Entdeckung der Kohle in diesem Gebiet wird um das Jahr 1000 vermutet, genau weiß es aber niemand. Erst im 18. Jahrhundert begann man im Raum des südlichen Ruhrgebiets zwischen Dortmund und Essen Kohle bergmännisch abzubauen. Zunächst in Tagesstollen, die den Flözen folgend mehr oder weniger horizontal in den Berg getrieben wurden. Bald drang man in tiefere Schichten vor, denn die Nachfrage stieg mit zunehmender Industrialisierung und die Oberflächenkohle war rasch erschöpft. Die geförderte Kohle musste natürlich zu ihren Verbrauchern transportiert werden. Das war die Zeit, als die Ruhr ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trat. Zwischen 1760 und 1780 wurde sie schiffbar gemacht.12 Schleusen und mehrere Wehre regulierten ihren Lauf. Über hundert Jahre war sie einer der meist befahrenen Flüsse Europas, bis die billigere Eisenbahn sie als Transportweg ablöste. In den besten Zeiten hat sie fast 1 Million Tonnen Kohle jährlich flussabwärts befördert. Danach versank sie wieder in einen Dornröschenschlaf. Nur ihre Wasser wollte man noch. Nicht für die Schifffahrt, sondern zum Trinken. Und das liefert sie bis heute reichlich. Und was ist mit den Burgen und Schlössern entlang der Ruhr, von denen hier die Rede sein soll? 99 Adelssitze hat es einst an der Ruhr gegeben. Die meisten lassen sich auf spätkarolingische Oberhöfe und Herrensitze bis ins 9.,10. oder 11. Jahrhundert zurückführen. Ihnen folgten im 12. bis 14. Jahrhundert wehrhafte Burgen. Denn es war eine unruhige Zeit. Zwischen den Erzbischöfen von Köln und dem westfälischen Adel herrschte ein Machtkampf, dem so manche Burg zum Opfer fiel und seither in Vergessenheit geriet. Im 19. Jahrhundert wurden sie im Zuge der Freiheitskämpfe und dem aufkommenden Nationalgefühl wieder entdeckt und restauriert. Das war auch die Zeit, als auf den Ruhrbergen Aussichtstürme und Denkmäler meist auf Sockeln aus gequaderten Ruhrsandsteinen entstanden. Die meisten von ihnen gerieten abermals in Vergessenheit und verfielen oder wurden als Steinbrüche "missbraucht". In den zurückliegenden drei Jahrzehnten hat sich das Verhältnis zu den alten Bauwerken verändert. Da im Zweiten Weltkrieg ein großer Teil historisch bedeutsamer Gebäude verloren ging, steht nun mehr der Erhalt der verbliebenen alten Bausubstanz im Vordergrund. Die erweiterten Auflagen des Denkmalschutzes, aber auch die überkommene Verantwortung der öffentlichen Hand und das geschärfte Bewusstsein der Bevölkerung haben zu einem sensibleren Umgang mit den alten Gemäuern geführt. Wo immer das Land und die Kommunen in Geldnöten steckten, haben Privatpersonen, Industrieunternehmen oder Fördervereine den Erhalt der Bausubstanz gesichert und später restauriert. Im Jahr 2002 erhielt der "Förderverein zur Erhaltung der Isenburg" die silberne Halbkugel, die seit 1978 jährlich verliehene höchste deutsche Auszeichnung für Denkmalschutz für sein ehrenamtliches Engagement. Natürlich gibt es auch Burgen und Schlösser, denen ein gütiges Schicksal beschieden war. Sie glänzen heute, nach mehrfachem Umbau in den zurückliegenden Jahrhunderten in bestem Zustand. Jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen. So manchem alten Gemäuer wurde ein Seitentrakt mit Renaissancegiebel angefügt, ein prächtiges barockes Portal vorangestellt oder dem Turm eine welsche Haube aufgesetzt. Im 19. Jahrhundert schmückte man Türme und Mauern mit Zinnenbewehrung im Stil der Burgenromantik, einer Spielart des Historismus. Nur wenige, der auf eine Anzahl von etwa 50 geschrumpften Objekte an der Ruhr befinden sich in privater Hand und sind daher nur eingeschränkt zugänglich. Zu zwei Schlössern wird z. Zt. der Zugang verwehrt. Das ist bedauerlich, denn sie sind Zeitzeugen einer gemeinsamen Vergangenheit und werden in der Regel von der öffentlichen Hand gefördert, wenn auch nur in bescheidenem Maße. Der hier vorgelegte Bildband versteht sich
als Fortführung der Idee, verborgenes
Kulturgut in unserem Land für einen interessierten
Personenkreis in Text und Bild zu fassen.
Wie der erste Band dieser Reihe, "Emscherschlösser"
,ist auch der Bildband "Burgen, Schlösser
und Adelssitze entlang der Ruhr" wiederum
als Wegbegleiter konzipiert. Die Burgenfahrt
ist dem Flusslauf folgend in Teilabschnitte
gegliedert, die jeweils in ein bis zwei Tagestouren
zurückgelegt werden können. Die
Anreise erfolgt am schnellsten über das
Autobahnnetz. Als zeitaufwendigere, aber ungleich
reizvollere Alternative bietet sich die Fahrt
durch das Ruhrtal an. Die Wegbeschreibung
ist daher so konzipiert, dass man an der Mündung
der Ruhr in den Rhein beginnend dem Flusslauf
bis zu seinem Ursprung im Hochsauerland folgt.
Der Weg führt meist über Nebenstrecken
vorbei an pittoresken kleinen Städten,
die sich mit ihren Fachwerkhäusern um
die ehemalige Dorfkirche scharen. Diese zu
besichtigen ist ein zusätzliches Erlebnis.
Aus diesem Grund wurden kleine Städteporträts
der Reiseroute beigefügt, wobei weniger
der touristische Aspekt, als viel mehr die
Historie und das Kulturleben im Vordergrund
der Betrachtung stehen. Bei der Aufbereitung eines so komplexen Stoffes zu einem Bildband mussten viele Informationen zusammengetragen werden. Dieses war nur möglich durch die Mithilfe eines großen Personenkreises. Es ist mir leider nicht möglich, jede einzelne Person namentlich zu erwähnen. Mein Dank gilt aber allen Ansprechpartnern aus den "Ruhrstädten", die mir durch freundliche Auskünfte und Bereitstellung zweckdienlicher Unterlagen aus ihren Archiven wertvolle Hilfe geleistet haben. Eine unerschöpfliche Fundgrube waren die zahlreichen Schriften und Bücher, die zu studieren interessant waren und mir einen Einblick in die Historie und Baugeschichte der Adelshäuser an der Ruhr vermittelt haben. Fachliche Unterstützung zum Thema Ruhr wurde mir durch Herrn Detlef Albrecht vom Ruhrverband Essen zuteil, der mit seinem Fachwissen und der Zurverfügungstellung von Bild- und Kartenmaterial zum Thema Ruhr wesentlich beigetragen und wertvolle Ergänzungen zu den übrigen Texten angeregt hat. Es gibt Menschen, die ihr Engagement uneigennützig
in den Dienst einer Idee stellen. Sie haben
durch ihr Wissen mit zahlreichen Hinweisen
und Anregungen wesentlich zum Gelingen dieses
Bildbandes beigetragen. An dieser Stelle gilt
mein Dank den Burgenfreunden Herrn Ingo Gawor
und seiner Frau Toni, Herrn Bernhard Hester,
Herrn Willi Kirchhoff, Herrn Hans-Eberhard
Maschinski und seiner Frau Ursula sowie Herrn
Klaus Winkler und seiner Frau Marlies. Das
Zustandekommen der Luftaufnahmen ist Herrn
Jürgen Kayser zu danken, der in idealistischer
Weise mit dem Fotografen Claus-Dieter Schnare
das Ruhrtal mehrfach abgeflogen ist. Für
eine letzte kritische Durchsicht des Textes
haben sich auch dieses Mal meine Tochter Xenia
Gorzny und Herr Rainer Klaas bereit gefunden,
die sich wiederum als kenntnisreiche und kritische
Leser erwiesen haben. Mein besonderer Dank
gilt der Druckerei Buschhausen und ihren Mitarbeitern,
die bereitwillig auf alle meine Wünsche
eingegangen sind. Den Lesern der "Emscherschlösser",
die mich durch ihr Interesse zum neuerlichen
Abenteuer "Burgen und Schlösser
entlang der Ruhr" ermutigt haben, sage
ich ebenfalls herzlichen Dank.
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